Schluß mit Sushi!

Der letzte Schliff an dem "Proud Like A God"-Nachfolger der Göttinger Platinkandidaten GUANO APES ist gemacht.

Im belgischen Mol hat sich die Band unlängst mit Bandintimus Fabio Trentini und dem zweiten Produzenten Wolfgang Stach in den Galaxy-Studios verschanzt, um dort vielleicht schon bald ihr Albumcover neben die der Krupps, dEUS, Soulwax oder Wizards Of Ooze hängen zu können. Solange das Quartett noch mit der bandinternen Schlägerei um die Wahl des Albumtitels beschäftigt ist, versorgt man die ausgehungerte Fangemeinde ab dem 20, März zunächst mit einer bemerkenswerten Coverversion des fragwürdigen Alphaville-Klassikers " Big In Japan", der - da machen wir uns mal nichts vor - das Original verdammt alt aussehen lässt, was aber - da machen wir uns ebenfalls nichts vor - auch so schwer wiederum nicht ist. Selbst Grönemeyers Herbert war von der Version derart angerührt, dass der Track als Single-Auskopplung seines "Pop 2000"-Sampiers ausgewählt wurde. Neben dem Cover finden sich auf der limitierten 5-Track-Ausgabe noch einige Songs des kommenden Albums, die zwar auf der Überholspur des gegenwärtigen musikalischen Fahrwassers navigieren, aber qualitativ besonders durch Sandra Nasics Gesangsarbeit überzeugen. "La Noix", eine bemerkenswert gute Missgeburt aus Primus-Grooves und französischem Chanson, weiß ebenso zu unterhalten wie das Korn-lastige "Gogan' oder das ohrwurmige "I Want It". Voraussichtlich werden sich auf dem Album folgende Titel dazu gesellen: , Innocent Greed", ,Heaven", ,My O Mine", " No Speech " und "Anne Claire ".


Angesichts ihrer fast athletischen Touraktivitäten der letzten zwei Jahre fanden die Vier indessen kaum Zeit, neues Material an den Start zu bringen. Ein Trip gen Norden schaffte aber flugs Abhilfe: "Das erste Mal haben wir uns konkret im Dezember 1998 mit neuem Songwriting befasst", berichtet Drummer Dennis Poschwatta. "Wir hielten es für sinnvoll, etwas Abstand vom heimischen Proberaum zu gewinnnen. Zu Hause geht man ja doch wieder bei Oma Kaffee trinken, deshalb haben wir unser ganzes Equipment eingepackt, ein kleines Haus in Dänemark gemietet und dort in aller Ruhe Songs geschrieben. Das war sehr effektiv, denn etwas anderes als Musik konnten wir dort eh nicht machen. " Gitarrist Henning Rümenapp räumt ein: "Nach dem ersten Album und den langen Touren waren wir echt an einem Nullpunkt angelangt.

Für 'Proud Like A God' hatten wir sämtliche Songs verbraten, die wir bis dato geschrieben hatten, und danach kam erst einmal das große Nichts. Andere Bands schaffen es ja offenbar, im Tourbus das jeweils nächste Album zu schreiben. Von den H-BlockX und Vivid erfuhren wir aber, dass es ihnen anfangs ganz ähnlich ergangen ist. Irgendwie geht's dann doch immer weiter. " Dass es bei Album Nummer 2 vielleicht gerade deshalb an den genannten musikalischen Referenzen nicht mangelt, sieht Henning nur bedingt so: Wieviel Korn/Primus/Skunk Anansie lief denn da in eurem Tourbus? "Na ja, den Skunk Anansie-Einfluss könnte ich verbrochen haben. Aber im Ernst: Für einen solchen Vergleich müssen wir uns echt nicht schämen. "

Live kann man die Guano Apes hierzulande noch einmal auf der Osterrocknacht am 23.04. in Düsseldorf sehen, danach geht's erst einmal nach Amerika, wo sie Creed und Sevendust supporten werden.

Autor: Martin lordanidis
... aus VISIONS 4/2000
Mit freundlicher Genehmigung!

(Dank an Thor!)