Eigentlich ist es schon fertig, das neue Album der Guano Apes, doch aktuelles Thema ist die Single"Big In Japan", eine Alphaville-Coverversion, die vom "Pop 2000"-Sampler ausgekoppelt wurde.
Eigentlich hatte man ja überhaupt keine Zeit, den Song aufzunehmen. Warum man es dann doch tat, und warum es dazu auch noch ein Video gibt, erzählt Drummer Dennis Poschwatta.

"Die Idee zu 'Pop 2000' stammt von Herbert tGrönemeyer und dem WDR" so der Anfang der Geschichte. "Und als es dann darum ging, aktuelle Bands nach Beiträgen zu fragen kam irgendjemand auf uns. Die Plattenfirma hat dann bei uns angefragt, ob wir nicht auch einen Song beisteuern wollten, und als wir das Angebot aufgrund unseres Zeitdrucks erst einmal brach liegen ließen, fragten sie noch mal nach. Wir haben uns dann kurzgeschlossen, und weil wir freie Wahl hatten, haben wir das Alphaville-Stück gewählt."

Hart und rauh klingt die Guano-Version des Synthie-Hits, laut Dennis kein Zufall. "Es hat uns gereizt, einen elektronischen Song zu 'verpunken', also haben wir uns eine Alphaville-CD gekauft und den Text aus dem Internet gezogen. Innerhalb einer Stunde war unsere Version fertig. Trotz des Stresses ging alles gut. Auch das Video ist an einer Hauruck-Aktion entstanden. Wir haben eine Nacht durchgedreht, von abends zehn Uhr bis morgens um sechs." Nicht nur "Big In Japan" ist - einmal als Studioversion, einmal als Remix - auf der mir vorliegenden limitierten Fünf-Track-Single vorhanden, sondern auch drei weitere Stücke - ein Vorgeschmack auf das neue Album? "Von den Aufnahmen zu 'Proud Like A God', unserem ersten Album, sind noch Stücke übrig gewesen, die nicht aufs Alburn kamen", so Dennis. Eines davon ist 'La Noix'. Die Tracks 'I Want It' und 'Gogan' werden wohl auch auf dem neuen Album erscheinen."Ach ja, das neue Album. Was gibt es darüber sonst noch zu sagen? Dennis: "Der voraussichtliche (!) Titel ist "Don't Give Me Names", und die Veröffentlichung ist für Mai/Juni angepeilt.

Insgesamt haben wir zwischen Oktober 1999 und Februar 2000 acht Wochen im Studio verbracht, und mit dem Resultat sind wir sehr zufrieden. Das neue Material ist wesentlich konkreter geworden als die allen Sachen - vielleicht sogar etwas härter."

Zwischendurch legte man eine Pause ein, um in den USA als Support der Kalifornier P.O.D. zu touren, ein positives Erlebnis für die Apes. "Wir sind drüben überraschepd gut angekommen", resümiert Dennis, "Obwohl P.O.D.. einen härteren Stil haben als wir. Seit September 1999 ist 'Proud Like A God' auch in den Staaten erhältlich und hat bislang etwa 50.000 Einheiten verkauft. Daher war die Tour, obwohl wir in kleineren Clubs im Schnitt vor 50-100 Leuten gespielt haben, eine gute Gelegenheit, ein bißchen Promotion zu machen - Interviews und so weiter. Im April und Mai dieses Jahres sind wir wieder drüben unterwegs, dieses Mal mit Creed."

Soviel zu den US-Terminen des Quartetts, aber auch in heimischen Gefilden wird man auf eine Tour zum neuen Album nicht mehr lange warten müssen, versichert Dennis. "Kurz nach Veröffentlichung von 'Don't Give Me Names' werden wir in Deutschland und anliegenden Staaten unterwegs sein. Im Sommer werden wir wahrscheinlich auf einigen Festivals auftreten, wobei wir aber einen Overkill vermeiden wollen. Unser Hauptaugenmerk gilt europäischen Festivals, wie zum Beispiel dem Pink PopFestival. Im Herbst gehen wir dann auf eine europaweite Clubtour." Da schon jetzt "Big
In Japan" bei den TV-Musiksendern mit zunehmender Tendenz läuft, steht dem Erfolg von "Don't Give Me Names" eigentlich nichts mehr im Weg.
MaSi



Guano Apes
"Big In Japan" (MCD)

Eine in den 90ern angesagte Band (Guano Apes) führt den Hit einer in den Achtzigern angesagten Band (Alphaville) ins nächste Jahrtausend, was ihr hervorragend gelingt. Das ist aber nicht so schwierig. Die Apes klingen nach wie vor wie die Apes. Der Gesang von Sandra Nasic ist wie immer atemberaubend und wer einen Mega-Hit covert, den keiner wirklich schlecht findet, muß sich schon enorm anstrengen, das zu vermasseln. Dirk Riegner hat sich angestrengt und und den Song mit seinem Space Jazz Dubmen Mix tatsächlich vermasselt. Zusätzlich gibt es noch zwei Tracks vom kommenden Guano Apes Album sowie den Bonustrack "La Noix", vorgetragen auf französisch, wobei man sich mal wieder freuen kann, unter amerikanischem und nicht französischem Kulturimperialismus aufgewachsen zu sein.
Thomas Abresche


... aus SONIC SEDUCER 4/2000
Mit freundlicher Genehmigung!

(Dank an Thor!)