
Vor gut zwei Jahren gegründet, zwischen Hannover und Kassel durch jede Menge Klubs getingelt, dann den Titel "Local Heroes 1996" und ein Rockstipendium plus Videoproduktion im Wert von mehr als 100 000 Mark gewonnen. Jetzt sind die Guano Apes im hannoverschen Horus Studio, um ihr erstes Album aufzunehmen und um sich von ihrem Produzenten Wolfgang Stach erst mal anschnauzen lassen zu müssen. Und dafür sind Sängerin Sandra Nasic, Gitarrist Henning Rümenapp, Bassist Stefan Ude und Schlagzeuger Dennis Poschwatta auch noch richtig dankbar.
Masochistische Veranlagung? Nein, eher Stationen einer Band, die sich professionalisieren will.
Gitarrist Henning: "Das ist für uns eine Riesenchance, aber auch eine Menge Arbeit."Die vier aus der Scheune in Berensen bei Lütgenrode irgendwo bei Göttingen sind nicht die Typen, die darauf warten, daß ihnen irgendwas in den Schoß fällt.
Täglich bis zu 13 Stunden Arbeit im Studio verlangen Disziplin. Nervig wie eine Klassenfahrt seien die Sessions manchmal, habe Produzent Stach festgestellt. Also hätten sie den Druck eben beim griechischen Kellner im Restaurant gegenüber abgelassen, verrät Sängerin Sandra.
Ziemlich schräge Stimmung in der Truppe. Aber sie scheint zu helfen. Die Aufnahmen im Horus hätten "die Roughness", die Härte, wie Schlagzeuger Dennis Poschwatta analysiert.
Und was kommt nun dabei heraus? "Wir haben uns einen Namen gemacht. ich denke schon, daß etwas passiert", meint Gitarrist Henning. Und Studio-Boß Frank Bornemann frohlockt verhalten: "Es gibt kaum eine große Plattenfirma, die sich nicht für die Guano Apes interessiert. "
wie
aus: HANNOVERSCHE ALLGEMEINE ZEITUNG
Szene 17.10.96